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Cinema Couture: Wenn Saarbrücken für einen Tag zu New York wird

Cinema Couture Saarbrücken Alexander Kappen

Foto: Angelo Salerno

Am 20. September verwandelte sich das traditionsreiche Saarbrücker Kino Camera zwo in den Schauplatz eines atemberaubenden Fashion-Spektakels. Für die COIFFO-Redaktion waren wir gemeinsam mit unserem Kolumnisten und Hair-Experten Raphael März hautnah dabei, von der ersten Haarnadel im Backstage-Bereich bis zum fulminanten Finale auf der Kinoleinwand. Was wir erlebten, war eine meisterhafte Symbiose aus Friseurhandwerk, Make-up-Artistik und Haute Couture.

08:30 Uhr: Backstage-Puls bei Giuseppe Genovese

Der Tag begann früh und mit Hochspannung. Um Punkt 8:30 Uhr betraten wir den Salon von Giuseppe Genovese. Wer hier das typische, hektische Backstage-Chaos einer Modenschau erwartete, wurde eines Besseren belehrt. 22 Models bereiteten sich auf ihren großen Auftritt vor. Die Luft war erfüllt von einem internationalen Flair, englische Wortfetzen flogen durch den Raum, ein Vibe, der unweigerlich an die Backstage-Bereiche der New York Fashion Week erinnerte.

Mittendrin: Ein vollzähliges, hochkonzentriertes Salon-Team, unterstützt von Emilio, den Giuseppe stolz als „den besten Praktikanten, den er jemals hatte“ bezeichnete. Giuseppe selbst bewies eine fast schon meditative Führung. Jeder rief nach ihm, doch er behielt stets den sprichwörtlichen kühlen Kopf und die absolute Kontrolle. Ein Maestro, der zwischen anspruchsvollen Styling-Handgriffen sogar noch die Ruhe fand, zwischendurch die Spülmaschine auszuräumen, ein herrlich geerdetes Detail, das wahre Professionalität ausstrahlt.

Für COIFFO-Kolumnist Raphael März, der in seinem eigenen Hair Club täglich höchste Maßstäbe an Premium-Dienstleistungen und reibungslose Salonabläufe legt, war genau das ein faszinierender Moment: „Diese Souveränität im absoluten kreativen Ausnahmezustand ist die wahre Meisterklasse. Wenn das Team so nahtlos funktioniert, entsteht Raum für echte Kunst“, analysierte der Experte treffend.

Parallel sorgte Alice Baranga mit ihrem Team, bestehend aus Farah, Rona und Alisha – für die visuellen Highlights im Gesicht. Die 31-jährige Make-up Artistin und Creative Director, die ihr Handwerk an einer renommierten Academy in Frankfurt lernte und seit zwei Jahren das Saarland bereichert, ist ein echter Branchen-Profi mit zwölf Jahren Erfahrung. Ihre Wege kreuzten sich mit Giuseppe erstmals beim HOLSTA Award (den Alice auch gewann), bevor die beiden bereits gemeinsam die Fashion Week in Basel rockten.

Luxus-Shuttles und Sterne-Matinee

Die Logistik der Show war ebenso Haute Couture wie die Mode selbst. Gegen 9:00 Uhr wurden die weiblichen Models exklusiv abgeholt. Kurz darauf, zwischen 9:30 und 9:45 Uhr, rollten zwei elegante Porsches des Porsche Zentrums Saarland vor, um die männlichen Models standesgemäß vom Salon zum Camera zwo zu chauffieren.

Im Kino angekommen, empfing das Event seine Gäste mit einer exzellenten Matinee. Champagner und köstliche Canapés von Sternekoch Peter Wirbel setzten den kulinarischen Rahmen, während sich die Spannung hinter den Kulissen verdichtete. Ein kleiner Kinosaal wurde kurzerhand zur Garderobe umfunktioniert. Hier zeigte sich die Hingabe des Designers: Alexander Kappen zog jedes seiner Models höchstpersönlich an. Nachdem die Namen aufgerufen wurden und die Outfits saßen, warfen Giuseppe und Alice den letzten, perfektionierenden Blick auf Haare und Make-up, während einige Models im Hintergrund noch einmal leise ihre Choreografie durchgingen.

12:00 Uhr: Vorhang auf für die Haute Couture

Pünktlich zur Mittagszeit erlosch das Licht im Saal für die 70-minütige Inszenierung. Die Show startete mit einem charmanten Augenzwinkern: Ein eigens kreierter Werbespot für Eiscreme flimmerte über die Leinwand, in dem Alexander Kappen selbst zu sehen war. Daraufhin betrat Tommy Leidinger, auf Instagram als @saarmagic bekannt für seine Mischung aus Tanz, Gesang, Comedy-Parodie und Zauberei, den Saal und verteilte stilecht Eis an das Publikum.

Dann begann die eigentliche Magie. Nach und nach präsentierten die Models die individuell auf den Leib geschneiderten Haute-Couture-Kunstwerke. Kappen bewies einmal mehr, warum er ein absoluter Meister seines Faches ist: Seine typische, asymmetrische Linienführung gepaart mit einer kompromisslos perfekten Passform zog das Publikum in ihren Bann.

Die Inszenierung brach klassische Catwalk-Regeln und gab jedem Model den Raum für einen individuellen, charakterstarken Auftritt. Die Facetten reichten von einem Model, das virtuos Posaune spielte, über den verträumten Einsatz von Seifenblasen, bis hin zu einer intensiven Tanzeinlage zu Eartha Kitts Klassiker „I Want to Be Evil“.

Es war ein Gesamtkunstwerk aus Stoff, Styling und Performance, das Raphael März und die COIFFO-Redaktion tief beeindruckte. Dass Fashion weit mehr ist als nur Kleidung, fasste Gästin Vera am Ende der atemberaubenden Show in einem Satz gegenüber Alexander Kappen treffend zusammen: „Ich hatte immer wieder Gänsehaut.“

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