Für das COIFFO Magazin traf unser Kolumnist Raphael März den Modedesigner Alexander Kappen in dessen Atelier zu einem persönlichen Gespräch über Inspiration, Charakterstärke und seine neueste Vision.
Am Sonntag, den 20. September 2026, vollzieht sich im renommierten Saarbrücker Arthouse-Kino camera zwo ein modisches Ereignis der Extraklasse. Unter dem Titel „Cinema Couture – Fashion Meets Cinema“ bittet Designer Alexander Kappen ab 11:00 Uhr zu einer Matinee, die die etablierten Paradigmen des klassischen Runways völlig neu definiert. Vor dem Hintergrund der großen Leinwand verschmelzen exquisite Schneiderkunst und Film zu einem multisensorischen Gesamtkunstwerk. Das Erlebnis bleibt einem exklusiven Kreis von 150 Gästen vorbehalten – elegant eingeleitet durch einen mondänen Champagnerempfang und begleitet von den raffinierten Gaumenfreuden des Sternekochs Peter Wirbel.
Ein cineastisches Manifest: Die Inszenierung der Präsenz
Für Alexander Kappen gleicht die Wahl des Lichtspielhauses einem architektonischen Statement: Die bewusste Zweckentfremdung des Raumes entzieht den Betrachter subtil dem Alltäglichen. Anstelle der flüchtigen Momente einer gewöhnlichen Modenschau zelebriert Kappen die andauernde Präsenz seiner Kreationen. Die Haute Couture wird nicht nur gezeigt, sie manifestiert sich greifbar im Raum. Flankierend dazu projizieren eigens produzierte Filmsequenzen die Seele der sieben Kollektionsthemen auf die Leinwand – eine visuelle Ode an Authentizität, Charakterstärke und die tiefe Eleganz des eigenen Stilbewusstseins. Getragen wird dieses über sechs Monate gereifte, höchst anspruchsvolle Herzensprojekt von illustren Partnern wie dem Porsche Zentrum Saarland und Giuseppe Genovese – Der Friseur.
Die Kunst der Empathie: Maßkonfektion als Charakterstudie
Im Dialog mit Raphael März wird deutlich: Wahrer Luxus offenbart sich im Atelier von Alexander Kappen nicht in kühler Unnahbarkeit, sondern in einer feinsinnigen Empathie, die ihresgleichen sucht. Seinem Schöpfungsprozess geht eine tiefgründige, geradezu intime Anamnese voraus. In einem Gespräch, das rund 20 essenzielle Fragen umfasst, ergründet der Designer die Lebensart seiner Klientel. Ob die architektonische Strenge der eigenen Wohnräume oder musikalische Präferenzen – aus diesen Nuancen liest der Meister das innere Ästhetik-Empfinden. Wer absolute Symmetrie und Ordnung schätzt, bedarf einer anderen Linienführung als der Freigeist, für den Kappens charakteristische, avantgardistisch-asymmetrische Schnitte die ultimative modische Vollendung darstellen. Jedes Kleidungsstück avanciert so zu einer maßgeschneiderten Identität.
Von den Boulevards von Paris zur vollendeten Meisterschaft
Hinter dieser visionären Handschrift verbirgt sich ein bemerkenswerter Lebensweg. Bereits als Zehnjähriger verfiel Kappen der Faszination für Stoffe und Schnitte – eine Leidenschaft, die so unbändig war, dass selbst sein Vater, ein pragmatischer Banker, sie durch den Entzug der Nähmaschine nicht aufhalten konnte. Nach einem kurzen architektonischen Intermezzo folgte Kappen seinem wahren Ruf an eine der elitärsten Adressen der Modewelt: das renommierte Institut français de la mode (IFM Paris). Die Finanzierung dieser prägenden Lehrjahre in der französischen Metropole glich einem künstlerischen Spagat: An den Wochenenden bespielte er als DJ das saarländische Nachtleben. Diese Synthese aus rhythmischem Zeitgeist und Pariser Haute Couture formte seine unverkennbare Handschrift. Mit dem Meisterbrief im Maßschneiderhandwerk legte er schließlich den Grundstein für seine Selbstständigkeit im Jahr 1998. Begleitet von seiner Frau, einer Künstlerin, steht der heute 58-Jährige auf dem absoluten Zenit seines Schaffens.
Das Atelier im Wandel: Ungezwungener Luxus der 30er-Jahre
Auch das Refugium seines Schaffens entwickelt sich konsequent weiter. Durch eine stilvolle Umstrukturierung der bestehenden Räumlichkeiten wird das Atelier künftig um eine exquisite Bar im opulenten Stil der 30er-Jahre bereichert. Es entsteht ein exklusiver „Place to Be“ – ein Ort, an dem Savoir-vivre und Handwerkskunst aufeinandertreffen. Hier, in entspannter und ungezwungener Atmosphäre, entfaltet sich die Philosophie des Designers in ihrer reinsten Form: Ein Luxus, der tief berührt, gerade weil er so wunderbar menschlich bleibt.
Mehr über das außergewöhnliche Handwerk und die Kreationen des Designers erfahren Sie unter www.alexanderkappen.de.











