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Von Pudertrichtern und Trockenshampoo: SR-Protagonistin Ayhan Saglam auf historischer Haarmission

SR-TV Star Ayhan Saglam

Foto: Ayhan Saglam

Die Blieskasteler Friseurmeisterin Ayhan Saglam begeistert derzeit als Protagonistin ihrer eigenen Dokureihe „Haare, Klatsch und Kaschdel“ beim Saarländischen Rundfunk (SR). In dieser zweiten Episode wird es herrschaftlich: Die Stylistin wagt eine modische Zeitreise ins 18. Jahrhundert – und schlägt im Salon gleichzeitig eine faszinierende Brücke von historischen Bräuchen zu modernen Must-haves. Wir haben für euch die spannendsten Einblicke zusammengefasst.

Haartrends der 1770er: Volumen, Gestelle und reines Mehl

Für ein exklusives TV-Experiment tauschte Ayhan Saglam ihren modernen Salon gegen das historische Ambiente der Orangerie Blieskastel. In barockem Gewand schlüpfte sie in die Rolle einer klassischen Kammerfrau. Ihre hochkarätige Kundin: Keine Geringere als die einstige Regentin Gräfin Marianne von der Leyen (gespielt von Dagmar Schuler).

Für uns Friseure ist der Blick auf die damaligen Techniken besonders faszinierend: In den 1770er-Jahren galt bei den Damen des Adels das Motto „Je höher, desto besser“. Um die extremen Turfrisuren der Epoche zu kreieren, mussten spezielle Untergestelle in das Eigenhaar eingearbeitet werden. Das absolute Beauty-Highlight der Ära war jedoch die helle, fast weiße Optik. Statt High-Tech-Stylingprodukten kam damals ganz simpel Mehl zum Einsatz. Mit einem sogenannten Pudertrichter – der das Gesicht schützte und verhinderte, dass der feine Staub eingeatmet wurde – puderte Ayhan, was das Zeug hielt. Ihr augenzwinkerndes Fazit als moderne Friseurin: „Das Beste daran? Die Perücken waren schon fertig, ich musste nur noch pudern!“

Salon-Realität: WM-Fieber und die Evolution des Puders

Zurück im 21. Jahrhundert wartete im eigenen Salon wieder das echte Handwerksleben inklusive des titelgebenden „Klatsches“. Beim Styling ihrer langjährigen Stammkundin Karina aus Spiesen-Elversberg zeigte Ayhan, dass die Brücke vom Barock zur Moderne gar nicht so weit ist.

Ihr Profi-Tipp für den Alltag: Trockenshampoo. Was heute als moderner Retter für den Ansatz gilt, basiert im Grunde auf demselben Prinzip wie das Haarpuder des 18. Jahrhunderts. Die pudrige Textur absorbiert überschüssiges Fett auf der Kopfhaut und im Haar, sodass der Look im Handumdrehen wie frisch gewaschen wirkt.

Neben dem Fachwissen kam auch der Smalltalk nicht zu kurz. Angesichts der aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft schlagen in Ayhans Brust zwei Herzen: Als leidenschaftlicher Fan drückt sie sowohl der türkischen als auch der deutschen Nationalmannschaft die Daumen. Und auch ein kleines Geheimnis aus Jugendtagen kam am Bedienplatz ans Licht: Ein Augenzwinkern gab es für ihre frühere Schwärmerei für Fußball-Legende Lothar Matthäus – kleine Männer hätten eben schon immer eine besondere Anziehungskraft auf sie gehabt.

Eine „heiße Mischung“: Multikulturelle Wurzeln und Familienbetrieb

Abseits des turbulenten Salonalltags gewährt die Folge auch private Einblicke in das Leben der Dreifach-Mama. Beim gemeinsamen Kochen mit ihren Kindern Cristiano und Francesca wird Ayhans bewegte Familiengeschichte spürbar, die sie selbst als „heiße Mischung“ beschreibt. Ihre leiblichen Eltern kamen einst als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. Aufgewachsen ist sie ab dem fünften Lebensjahr jedoch bei sizilianischen Pflegeeltern. Das Aufwachsen im Spannungsfeld zwischen einer streng muslimischen Mutter und einer streng katholischen Pflegefamilie war eine prägende Herausforderung, die Ayhan zu der starken und toleranten Frau gemacht hat, die sie heute ist.

Diese Frauenpower gibt sie nun an die nächste Generation weiter. Ihre Tochter Francesca absolviert derzeit die Ausbildung im mütterlichen Betrieb. Das Arbeiten im Familienunternehmen erfordert Balance, wie Francesca schmunzelnd verrät. Ihre Mutter vereine im Alltag drei Rollen perfekt: Sie ist Mama, beste Freundin und Chefin zugleich – auch wenn man die Chefin manchmal etwas weniger liebe als die Mama.

Fazit: Die aktuelle Folge von „Haare, Klatsch und Kaschdel“ zeigt auf wunderbare Weise, wie bunt, traditionsreich und nahbar unser Handwerk ist. Als starke Protagonistin beim Saarländischen Rundfunk beweist Ayhan Saglam, dass man mit Humor, Familiensinn und echtem Fachwissen jede Epoche meistert!

Die Sendung wurde am 12. Juni 2026 im Saarländischen Rundfunk ausgestrahlt und ist ab sofort online in der ARD Mediathek abrufbar.