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Susan ganz nah: Eine Hairstylistin zwischen unbändiger Leidenschaft, Familie und modernen Lebensentwürfen

Die leidenschaftliche Friseurin Susan im Porträt. Sie spricht im COIFFO-Magazin offen über ihr Leben als Mutter, den Wiedereinstieg in den Salon und ihre TV-Erfahrungen.

Foto: Susan Wacker

Sie ist Friseurin aus tiefster Überzeugung, liebende Mutter und lebt ein Familienmodell, das Fernsehkameras anzieht. Im exklusiven COIFFO-Porträt spricht Susan über die Magie ihres Handwerks, die Hürden des Wiedereinstiegs und warum es für Frauen im Salon keine Kompromisse zwischen Berufung und Familie geben darf.

Es gibt Menschen, die ihren Beruf ausüben, und es gibt Menschen, die ihn leben. Wer sich mit Susan unterhält, spürt sofort: Das Friseurhandwerk ist für sie weit mehr als nur ein Job – es ist ein essenzieller Teil ihrer Identität. Eine Identität, die in den vergangenen Monaten durch die Geburt ihres Sohnes eine völlig neue, tiefere Dimension erhalten hat. Als moderne Frau, die mitten im Leben steht, navigiert sie heute zwischen der Sehnsucht nach dem Friseurstuhl, dem Glück der Mutterschaft und einem privaten Lebensentwurf, der von großer Offenheit geprägt ist.

Die Berufung: Ein Traum, der mit 16 begann

Susans Weg war früh gezeichnet. Schon im Alter von 16 oder 17 Jahren stand für sie unumstößlich fest, dass sie Friseurin werden wollte. Es war die perfekte Symbiose aus Handwerk und Zwischenmenschlichkeit, die sie faszinierte. „Ich liebe die Kreativität, den Kontakt zu Menschen und dass man mit seiner Arbeit anderen ein gutes Gefühl schenken kann“, erzählt sie mit einem Leuchten in den Augen.

Doch seit sie Mutter ist, hat sich ihr Blickwinkel auf das Arbeitsleben unweigerlich verschoben. Die pure Leidenschaft für Haare und Styling ist geblieben, doch die Rahmenbedingungen werden kritischer hinterfragt. „Seit ich Mama bin, weiß ich, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Beides bedeutet mir unglaublich viel“, reflektiert sie.

Der Spagat: Die Zeit mit dem Sohn und das Kribbeln in den Fingern

Aktuell genießt Susan die Zeit mit ihrem 15 Monate alten Sohn ganz bewusst. Es sind diese unwiederbringlichen Momente der frühen Kindheit, die sie voll und ganz aufsaugt. Doch gleichzeitig macht sie keinen Hehl daraus, dass ihr das Handwerk fehlt. „Ich vermisse meinen Beruf als Friseurin sehr“, gesteht sie offen. „Ich freue mich schon jetzt darauf, wieder hinter dem Stuhl zu stehen, denn Friseurin zu sein, ist für mich eine echte Leidenschaft.“ Ihr größter Wunsch für die nahe Zukunft ist es, diese beiden Welten die bedingungslose Liebe zu ihrer Familie und die kreative Erfüllung im Salon harmonisch miteinander zu vereinen.

Die Realität: Warum der Wiedereinstieg ein Kraftakt bleibt

Dass dieser Spagat oft noch immer ein bürokratischer und logistischer Kraftakt ist, weiß Susan nur zu gut. Sie beobachtet den Wandel in der Branche sehr genau und erkennt an, dass viele Salons heute aufrichtig versuchen, auf ihre Mitarbeitenden einzugehen. Dennoch sieht sie klare Hürden: „Der Wiedereinstieg ist für viele Mütter nicht immer einfach. Gerade die klassischen Arbeitszeiten bis in den Abend oder samstags lassen sich mit kleinen Kindern oft extrem schwer vereinbaren.“

Susan wünscht sich hier ein mutigeres Umdenken. Wenn sie einen direkten Appell an die Saloninhaber richten könnte, würde dieser auf einem fundamentalen Verständnis für beide Seiten basieren. Ihr ist bewusst, dass alles von der personellen Situation im Salon abhängt und nicht jeder Wunsch umsetzbar ist, besonders bei der Urlaubsplanung oder Dienstplänen, die ein ganzes Team berücksichtigen müssen. Trotzdem sieht sie massives Potenzial für Verbesserungen: „Es gibt oft Möglichkeiten: feste Arbeitstage, verlässliche Teilzeitmodelle oder Arbeitszeiten, die sich exakt an den Betreuungszeiten der Kinder orientieren. Mit etwas mehr Flexibilität könnten viele Mütter ihren Traumberuf früher wieder ausüben. Davon profitieren am Ende alle, die Mitarbeitenden und die Salons.“

Ein starker Rat an Kolleginnen: „Der Beruf läuft nicht weg“

Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus möchte sie anderen Friseurinnen, die sich aktuell in der Babypause befinden und vielleicht Respekt vor dem Wiedereinstieg haben, den Druck nehmen. Ihre Botschaft ist kraftvoll und beruhigend zugleich: „Gebt euren Traum nicht auf. Es gibt Lebensphasen, in denen die Familie einfach an erster Stelle steht und das ist völlig in Ordnung. Der Beruf läuft nicht weg. Wenn die Zeit reif ist, kann man mit genauso viel Leidenschaft zurückkehren. Beides zu lieben schließt sich nicht aus.“

Ein unkonventionelles Leben im Fokus der Kameras

Dass Susan Konventionen gerne hinterfragt und ihren ganz eigenen Weg geht, zeigt sich auch in ihrem Privatleben. Sie lebt in einer polyamoren Beziehung zu dritt und teilt diesen Alltag ganz offen und authentisch auf ihrem Instagram-Kanal. Diese spannende und moderne Familienkonstellation weckte rasch das Interesse der Medien. Ein Kamerateam des Saarländischen Rundfunks (SR) berichtete bereits über ihr Leben, und auch für ein Format des Senders ProSieben standen Susan und ihre Partner vor der Kamera Erfahrungen, die sie als durchweg bereichernd beschreibt.

Auch im privaten und beruflichen Umfeld geht sie mit ihrem Lebensmodell völlig transparent um. „Die Reaktionen von Freunden, Bekannten und Menschen, die uns persönlich kennenlernen, sind überwiegend positiv“, erzählt sie entspannt. Die Resonanz auf die TV-Drehs bestätigte diesen Eindruck durch viel Zuspruch. Natürlich geht das Leben in der Öffentlichkeit nicht spurlos an ihr vorbei. „Auf Social Media gibt es natürlich auch Kritik oder Hassnachrichten“, gibt sie zu. Doch Susan ist eine Frau, die in sich ruht: „Davon lassen wir uns nicht beeinflussen und konzentrieren uns lieber auf die vielen positiven Rückmeldungen.“

Der Blick nach vorn: Meisterbrief und das Haus im Grünen

Wenn Susan auf die nächsten fünf Jahre blickt, verschmelzen ihre beruflichen und privaten Träume zu einer klaren Vision. Beruflich steht die Rückkehr in den Traumberuf an erster Stelle, doch sie denkt bereits weiter: „Ich habe auch schon darüber nachgedacht, meinen Meisterbrief zu machen.“

Privat hat das Trio ebenfalls große Pläne. Das gemeinsame Herzensprojekt ist klar definiert: „Ich träume gemeinsam mit meinen Partnern und unseren Kindern von einem Haus im Grünen mit einem schönen Garten – vielleicht sogar mit einem Schwimmteich oder Pool.“ Bei all den Plänen, den TV-Kameras und den beruflichen Ambitionen bleibt ihr Fokus am Ende jedoch bei dem, was wirklich zählt: „Am wichtigsten ist mir, dass wir gesund bleiben und es allen Menschen, die ich liebe, gut geht.“

Lese-Tipp der Redaktion: Neugierig geworden auf das außergewöhnliche Lebensmodell hinter der leidenschaftlichen Hairstylistin? Wie der Alltag zu dritt funktioniert und wie Susans Partner die mediale Aufmerksamkeit erleben, verraten sie uns in einem weiteren Gespräch. 👉 [Hier geht es zum exklusiven Interview mit Susans Partnern – Die Trimborn-Zwillinge]